100.000 verdächtige oder fragwürdige Apps bei Google Play

Der iOS App Store von Apple ist in der Vergangenheit bereits durch betrügerische Produkte in die Schlagzeilen geraten, doch laut einer aktuellen Studie soll es auf Google Play, der Plattform für Android-Apps, über 100.000 „verdächtige“ oder „fragwürdige“ Produkte geben.

Der Sicherheitssoftware-Anbieter Bit9 hat die Zugriffsberechtigungen der 412.000 momentan (bei Redaktionsschluss) bei Google Play erhältlichen Apps analysiert und ist zu dem Urteil gekommen, dass etwa 25 % davon für den Nutzer, der sie herunterlädt, ein Risiko darstellen. Das Risiko beinhalte die Offenlegung von GPS-Positionsdaten, Telefonnummern, Anrufprotokollen und Email-Kontakten des Nutzers.

Bei der Bekanntgabe der Ergebnisse erklärte der Chief Technology Officer von Bit9, Harry Sverdlove: „Ein beträchtlicher Teil der Apps von Google Play hat Zugang zu potenziell sensiblen Daten und vertraulichen Informationen. Wenn eine scheinbar harmlose Wallpaper-App GPS-Daten benötigt, ist das alarmierend. Weiterhin ist mehr als ein Viertel der Apps imstande, ohne das Wissen des Nutzers auf dessen Email- und Kontaktdaten zuzugreifen, was vor allem beim Einsatz des Android-Gerätes am Arbeitsplatz bedenklich sein kann.”

Der Studie zufolge war die am häufigsten auftretende Zugriffsberechtigung der verdächtigen Apps der Zugang zu den GPS-Lokalisierungsdaten des Nutzers (42 %), gefolgt von Anrufprotokollen und den Telefonnummern der Kontakte (31 %). 26 % der Apps griffen auf verschiedene Art und Weise auf persönliche Informationen zu und 9 % verwendeten Berechtigungen, aus denen dem Nutzer Kosten entstehen konnten.

Die harmlosesten dieser Anwendungen greifen nur auf die persönlichen Informationen zu, um eine Informationsdatenbank zum Zwecke der mobilen Werbung zu erstellen. Schädlichere Apps hingegen werden mit kriminellen Absichten entwickelt und verfolgen das ausdrückliche Ziel, persönliche Daten zu stehlen, um mit ihnen Betrug zu begehen. Ungeachtet der Absichten von App-Entwicklern sollten Android-Nutzer sich die Zeit dazu nehmen, die heruntergeladenen Anwendungen dahingehend zu überprüfen, ob sie auf irgendeine Weise verdächtig erscheinen und ob die Zugriffsrechte, die sie ihren Apps einräumen, ein Risiko beinhalten oder nicht.

Diese Neuigkeit steht vor dem Hintergrund der rufschädigenden Enthüllung, dass Android-Smartphones in den Fokus von FBI-Ermittlungen geraten waren, nachdem die Beschwerdeplattform für Internetverbrechen der US-amerikanischen Regierung Protokolle mehrerer fortgeschrittener Formen von Malware aufgezeichnet hatte, die eigens für Angriffe auf Android-Betriebssysteme entwickelt worden waren. Als Antwort darauf hat der Wireless-Anbieter T-Mobile der Malware den Kampf angesagt, indem er mehr Informatiker-Jobs mit Experten für Internetsicherheit besetzt und neue Android-Geräte werksmäßig mit einer kostenlosen Sicherheitsanwendung ausstattet.

84 % der Teilnehmer an der Umfrage von Bit9 waren der Meinung, dass iOS als mobile Plattform sicherer wäre als Android.

Bild: bigstockphoto.com / cienpies

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