Handyflat
Wer heute noch ohne auszukommen glaubt, wird vielfach bedauert: die Handyflat. Die hat heutzutage jeder. Das liegt an der harten Preiskonkurrenz im viel umkämpften Mobilfunkmarkt. Früher musste man sich eine echte Vollflatrate leisten können, daher war sie allenfalls eine Option für ausgewiesene Vieltelefonierer. Wer sein Telefonierverhalten irgendwie kontrollieren und gesund einschätzen konnte, griff vorzugsweise auf die Minutentarife zurück. Das war dann auch das Hauptargument der Tarifberater: “Nutzen Sie die Handyflat denn überhaupt aus?” Dabei wurde überwiegend damit argumentiert, dass man für Leistungen bezahle, die man überhaupt nicht voll ausschöpfe.
Heute gilt diese Argumentation als mindestens ebenso überholt wie exakte Minutentarife. Die wenigen, die es noch gibt, lohnen kaum noch, wenn man bedenkt, wie günstig man eine volle Handyflat heute schon bekommen kann. Zudem hat sich das Flatrate-Angebot stark gewandelt. Um die ehemals treffenden Argumente derer zu entkräften, die immer noch von sich behaupten, sie telefonierten so wenig, dass selbst die günstigste Flatrate sich für sie nicht lohne, haben die Tarifanbieter auf eine Kombimöglichkeit umgestellt: Ab einem gewissen Schwellenbetrag greift die Handyflat und verhindert somit die Kostenexplosion nach oben für Vieltelefonierer, und wer darunter bleibt wird nach Minutentakt abgerechnet und zahlt exakt nur das, was er tatsächlich vertelefoniert hat.
Andere Anbieter setzen auf flexible Flat-Pakete. Wer viel telefoniert nimmt die Telefonie-Flat, wer viele SMS verschickt entsprechend die SMS-Flat. Dazu gibt es die Internet-Flat und vieles mehr. Handyflat bedeutet im modernen Tarifmarkt nicht mehr, einen Pauschalbetrag zu bezahlen, unabhängig davon, ob man die Leistung nutzt oder nicht. Heute versteht der Kunde darunter ein Kostensparangebot, das es ihm erst ermöglicht viel mehr mit seinen Freunden zu kommunizieren.

17. Mai 2012
Handyflat