Im Kampf um jeden einzelnen Kunden sind die Netzbetreiber mittlerweile bereit, eher unkonventionelle Vermarktungswege zu finden. So bieten viele Provider Handyangebote mit Startguthaben an, um die Käufer entsprechend zu einem Vertragsabschluß zu bewegen. Normalerweise trifft man mit einem Netzbetreiber eine schriftliche Vereinbarung und bezahlt dann neben der monatlichen Grundgebühr auch Aktivierungskosten und einen mehr oder weniger hohen Preis für das mitgelieferte Mobiltelefon. Bei einem Startguthaben ist das etwas anders: Man bekommt als Kunde des Netzbetreibers zusätzlich noch einen gewissen Betrag zur Verfügung gestellt, den man beispielsweise im Lauf mehrerer Monate abtelefonieren kann oder es ist möglich, diesen Bonus für andere Dienstleistungen zu Verwenden.
Dabei handelt es sich grundsätzlich um eine Leistung, die den Netzbetreiber nichts kostet, denn er wird in der Regel nur solche Geschenke machen, die ihm etwas bringen. Denn der Kunde soll ja nachdem das Startguthaben aufgebraucht ist, einen satten Gewinn für den Anbieter bringen. Je mehr dann telefoniert wird, umso lieber ist das dem Provider, denn trotz der mittlerweile sehr niedrigen Minutenpreise verdienen die Telekom-Unternehmen schöne Beträge. Deshalb bieten sie auch gerne Angebote für Handys, die dann gemeinsam mit dem Startguthaben einen echten Kaufanreiz darstellen. Gerade junge Netzbetreiber ködern durch solche Maßnahmen Neukunden, die bedingt durch die Tatsache, dass man ja heute auch die bisherige Handynummer problemlos portieren - also zu einem anderen Provider “mitnehmen” kann, für solche Angebote offen sind.
Oft gibt es eigene Angebote für wechselwillige Kunden, die dann sogar ihre bereits vorhandene Rufnummer kostenlos ins neue Netz transferieren können, wofür ja normalerweise eine Gebühr entstehen würde oder eine besondere Gutschrift wird gewährt, wenn man von einem anderen Betreiber kommt. Diese teilweise sehr großzügigen Lockangebote sind möglich, weil der Provider mit einem zusätzlichen Umsatz rechnet und dieser besonders bei Business-Kunden vergleichsweise hoch ist. Eher weniger verdienen die Netzbetreiber bei Privatleuten, die wenig telefonieren. Aber auch sie sind ein wichtiges Standbein, denn in der Mobilfunk-Branche wird mittlerweile um jeden einzelnen Kunden gekämpft. Immerhin ist der Markt praktisch gesättigt, das heißt, wer bis jetzt kein Handy hat, wird sich wohl nie mehr eines kaufen. Auch der Trend zum Zweithandy ist nicht sonderlich stark, denn bedingt durch die Flatrates der unterschiedlichen Anbieter ist die Notwendigkeit nicht mehr groß, mehrere Telefone zu besitzen. Zumal das Hantieren damit ja in der Praxis relativ unkomfortabel ist.
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