Handys mit D1-Netz
Die GSM-Funktechnik wurde in Deutschland am Beginn seiner Einführung als D-Netz bezeichnet: 1991 begann das heutige T-Mobile als DeTeMobil und wenig später startete D2 mit dem Mannesmann Mobilfunk (heute Vodafone). D1 wurde zunächst als völlig abhörsicher bezeichnet, weil man sich im Gegensatz zum analogen C-Netz nicht einfach in die Funkübertragung einloggen konnte. Erst im Lauf der Zeit wurde D1 gezwungen, eine Schnittstelle für Abhörzwecke zu integrieren, damit Behörden bei Bedarf auf die Verbindungen zugreifen konnten.
Handys für D1 sind heute überall verfügbar und selbst die ältesten GSM-Geräte funktionieren hier. Das D-Netz sendet in der Bundesrepublik im digitalen GSM-Netz mit einer Frequenz von 900 MHz. Für die Einführung des E-Netzes wurde eine neue Frequenz benötigt, die im Band von 1800 MHz gefunden wurde. Dafür waren neue Mobiltelefone nötig. Über D1 (bzw. T-Mobile) telefoniert der Großteil der Handybesitzer, denn das Tochterunternehmen der Deutschen Telekom erreichte durch den frühzeitigen Markteintritt einen großen Startvorteil gegenüber D2. Eine große Kundenanzahl konnte bereits im C- bzw. dem vorherigen für die Nutzung im Auto eingerichteten B-Netz gewonnen werden.
Schnell weitete D1 die Services aus: Neben der reinen Telefonie wurde ab 1994 auch das Versenden von Kurznachrichten (SMS) möglich, was sich schnell zu einem beliebten Zusatznutzen für die Kunden und zu einer guten Einnahmequelle für T-Mobile entwickelte. Denn die Übertragung der Textmitteilungen erfolgt in einem an sich nicht genutzten Bereich und verursacht dem Provider fast keine Kosten, dieser verrechnet jedoch ein Vielfaches an den Nutzer. Durch internationale Verflechtungen konnten D1-Nutzer bald auch im Ausland telefonieren. Seit 1995 war es möglich sogar in den USA unter der heimischen Telefonnummer erreichbar zu sein, dafür wurde eine Rufumleitung auf ein für die Dauer des Aufenthals extra ausgegebenes Mobiltelefon bei dem Anbieter GTE eingerichtet. Heute hat T-Mobile mit dem D1-Netz mehr als 30 Millionen Kunden und ist Marktführer in Deutschland.

02. Mai 2007
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